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Amberg Engineering

Verbesserte Zusammenarbeit zwischen Infrastruktur- und Hochbau durch BIM

 

Das Wichtigste in Kürze

Die Vergrößerung eines Messegeländes erforderte die enge Zusammenarbeit von Infrastruktur- und Hochbau an einem hochkomplexen Projekt. Mit BIM und Autodesk Software konnte das Planungsbüro Amberg Engineering an einem einheitlichen Kommunikationsmodell arbeiten. Das erleichterte die Abstimmung mit allen Projektbeteiligten und gestaltete die Planung sicherer und effizienter.

BESONDERHEIT

Starke Abhängigkeit von Infrastruktur- und Hochbau

Projekt

Überdeckung Rosenberg Ost

Bauherr

Genossenschaft Olma
Messen St.Gallen

Architekten

Amberg Engineering, Regensdorf-Watt (Schweiz)

BGF

18.000
m2

Fertigstellung

2024

 

BIM im Infrastrukturbau: Planung einer Autobahnüberdeckung bei fließendem Verkehr

Die Olma Messen in St. Gallen – mit jährlich 15 Fach- und Publikumsmessen rund 100 Veranstaltungen mit insgesamt gegen 800.000 Besuchern zählt zu den größten Messeveranstaltern der Schweiz. Damit die St. Galler Messehallen auch in Zukunft konkurrenzfähig bleiben und für Großveranstaltungen attraktiv sind, soll das Messegelände vergrößert und eine neue Halle errichtet werden. Kein einfaches Unterfangen, denn das Gelände ist auf drei Seiten begrenzt. Eine Erweiterung ist nur nach Osten möglich, indem ein Stück der benachbarten Autobahn A1 überdacht wird. Dabei soll die Überdeckung den angrenzenden Rosenbergtunnel um über 150 Meter verlängern. Der Infrastrukturbau des Vorhabens wurde von Amberg Engineering geplant, ein Schweizer Ingenieurbüro mit jahrzehntelanger Erfahrung im Tunnelbau. Im Rahmen des Projekts war Amberg Engineering für die Planung des Fundaments, der Wände und der Pfählung zuständig.

 

 

Ein Projekt mit besonderen Herausforderungen

Das gesamte Bauvorhaben brachte gleich mehrere Hürden mit sich: Zum einen wird es an einer der wichtigsten und meistbefahrenen Straßen der Schweiz umgesetzt: Der A1. Das heißt, die Baumaßnahmen müssen bei fließendem Verkehr stattfinden. Vom Amberg Engineering Team erforderte das äußerste Präzision und Zuverlässigkeit, denn es gab im ohnehin sehr engen Terminplan keine Toleranz für Terminverzögerungen. Zum anderen wurden mehrere Teilprojekte des Vorhabens zeitgleich, parallel geplant und beeinflussten sich gegenseitig. Während Amberg Engineering das Fundament der Autobahnüberdeckung erarbeitete, wurde parallel im Hochbau bereits der Bau der neuen Messehalle geplant. Zusätzlich ist in naher Zukunft noch eine dritte Röhre durch den Rosenbergtunnel vorgesehen, die ebenfalls mit der Erweiterung des Messegeländes kompatibel sein muss. „Das machte das gesamte Projekt sehr komplex und den Koordinationsaufwand enorm. Für uns war deshalb von Anfang an klar, dass wir die Planung mit BIM vornehmen“, erklärt Ali Tatar, Fachbereichsleiter BIM bei Amberg Engineering. „Denn aus unserer Erfahrung wissen wir, dass BIM die Sicherheit und Effizienz unserer Arbeit erhöht und zeitgleich den Austausch zwischen den verschiedenen Baubeteiligten erleichtert.“ Bereits seit 2015 treibt die Amberg Gruppe die Digitalisierung ihrer Prozesse voran und bezieht BIM in verschiedene Projekte mit ein. Damit gilt das Unternehmen in der Schweiz als Vorreiter in Sachen Digitalisierung im Bau.

Praxistipp

Da die Käufer von Wohnhäusern meist architektonische Laien sind, empfiehlt sich der Einsatz von VR-Brillen. Der Architekt muss dann keine Pläne mehr erklären, sondern führt virtuell durch das zukünftige Haus.

 

„Das gesamte Projekt ist sehr komplex und der Koordinationsaufwand enorm. Für uns war deshalb von Anfang an klar, dass wir die Planung mit BIM vornehmen.“

Ali Tatar
Fachbereichsleiter BIM, Amberg Engineering

 

Schnellere Fehlererkennung dank 3D-Modell

Um eine gute Planungsgrundlage zu schaffen, war zunächst eine Bestandsaufnahme des Rosenbergtunnels erforderlich. Dazu wurde der bestehende Tunnel mit zwei Laserscannern vermessen und eine Punktewolke errechnet. Darauf aufbauend konnten die Modellierer mit Hilfe der Autodesk Software Revit ein dreidimensionales Bestandsmodell des Tunnels erstellen und anschließend die Projektmodellierung vornehmen. „In der dreidimensionalen Darstellung war es viel leichter, Abhängigkeiten der Bestandselemente zu erfassen. Es ließ sich genau erkennen, welche Elemente tiefer oder höher liegen. Auch Fehler in der Planung des neuen Fundaments waren in 3D wesentlich offensichtlicher“, sagt Ali Tatar. Die Software wies automatisch auf Überschneidungen von Sub-Modellen hin. Hinzu kam, dass die Modellierer durch den internen Modellcheck einen großen Teil der Fehler korrigieren konnten, bevor sie das Modell mit anderen Planungsbeteiligten teilten. „Der Einsatz von BIM Software hat uns an dieser Stelle geholfen, die Sicherheit der Planung zu verbessern und effizienter zu arbeiten“, so der BIM-Experte. So konnten auch 2D-Schnitte weitaus schneller generiert werden, was etwa 20 Prozent Zeitersparnis in der Planung brachte. „Die gesparte Zeit konnten wir dann direkt wieder in die Weiterbildung unserer Mitarbeiter investieren und die BIM-Kompetenzen in unserem Projektteam ausbauen.“

 

BIM vereinfacht und digitalisiert Arbeitsprozesse

Bei Amberg Engineering wurden aber nicht nur die Modelle digitalisiert. Mit BIM360 fand auch die Kommunikation innerhalb der Projektgruppe online statt. Der Vorteil der cloudbasierten Collaboration Plattform: Alle arbeiten gemeinsam an einem zentralen 3D-Modell, auf das sie jederzeit von überall zugreifen konnten. „So konnten wir sicherstellen, dass jeder im Projekt immer über den aktuellen Stand der Planung verfügt“, meint Ali Tatar. Ohne ein solches zentrales Koordinationsmodell hätten die aktualisierten Modelle per E-Mail an sämtliche Beteiligte versendet werden müssen. „Da passiert es schnell, dass jemand eine E-Mail überliest und versehentlich an einem alten Modell arbeitet. In BIM360 kann das nicht passieren“, so Tatar weiter. Das Verfassen von Berichten darüber, welche Änderungen vorgenommen wurden, fiel ebenfalls weg, denn die Plattform informiert das gesamte Projektteam automatisch über Veränderungen im Modell. „Dadurch konnten wir im Projekt viel Zeit sparen und effizienter arbeiten.“

 

„In der dreidimensionalen Darstellung ist es viel leichter, Abhängigkeiten der Bestandselemente und Fehler in der Planung zu erkennen.“

Ali Tatar
Fachbereichsleiter BIM, Amberg Engineering

 

BIM verbessert Kooperation von Infrastruktur- und Hochbau

Eine Besonderheit des Projekts war das Aufeinandertreffen von Infrastruktur- und Hochbau sowie die starke Abhängigkeit der beiden Teilprojekte voneinander: Jede Änderung in der Planung der Messehalle hatte Auswirkungen auf das Fundament und umgekehrt. Durch den Einsatz von BIM entstand ein wertvoller Austausch zwischen den beiden Planungsparteien, wodurch sich Synergieeffekte nutzen ließen. Um die Planungen aufeinander abstimmen zu können, entschieden sich die Ingenieure von Amberg Engineering, ihre 3D-Modelle mit den Verantwortlichen des Hochbaus zu teilen. Da auch die neue Messehalle mit Revit modelliert wurde, konnten die Entwürfe sogar problemlos zu einem durchgängigen Revit Modell zusammengeführt werden. Das machte die Abhängigkeiten und Zusammenhänge der Teilprojekte deutlich. Die Folge: Die Projektteams wurden für die Arbeit der jeweils anderen Planungsgruppe sensibilisiert. „Wir haben zum Beispiel gemerkt, dass im Hochbau Rücksicht auf unsere Planung genommen wurde. Denn durch die Zusammenführung der Modelle konnten sich die Planer der Messehalle viel besser vorstellen, wie sich ihre Änderungen auf unser Projekt auswirken“, ergänzt der BIM-Experte. „Im Gegenzug profitierte der Hochbau von unseren Erfahrungen mit visuellen Programmier-Schnittstellen wie Autodesk Dynamo. Statt einzelne Elemente im Modell von Hand anzupassen, reichte es aus, die entsprechenden Parameter zu ändern und das gesamte Modell wurde aktualisiert. Durch die Zusammenarbeit konnte also auch der Hochbau seine Prozesse beschleunigen.“

 

Zusammenfassung

1BIM erleichtert den Austausch und erhöht die Sicherheit
und Effizienz im Projekt.

2Im 3D-Modell werden Abhängigkeiten der Bestandselemente leichter erfasst und Fehler offensichtlich.

3Mit BIM 360 verfügen alle im Projekt jederzeit und von überall über den aktuellsten Planungsstand.

 

BIM und GIS – perfekte Partner

Geoinformationssysteme (GIS) sind im Infrastrukturbau unverzichtbar – so auch bei der Erweiterung des Messegeländes in St. Gallen. Amberg Engineering nutze InfraWorks, um
GIS Daten hochzuladen und diese dann in das gemeinsame Koordinationsmodell einzufügen. Ein Schritt, der in Zukunft noch einfacher sein wird: Durch den Autodesk Connector for ArcGIS, ein Ergebnis der Partnerschaft zwischen Autodesk und dem Hersteller von GIS-Lösungen Esri, können Geländeinformationen unkompliziert in ein BIM-Modell integriert werden. „Für uns gehören BIM und GIS zusammen. Deshalb gibt es in unserem BIM Team immer auch GIS-Spezialisten“, stellt Tatar fest. „Die Daten zentralisiert in einem Modell vorliegen zu haben, ist für uns im Infrastrukturbau eine großartige Verbesserung.“

Die Planungsphase zum Bau der Messeerweiterung ist gerade abgeschlossen. Das Projekt geht nun in die Ausschreibung. Bis 2024 soll die Überdeckung samt neuer Halle stehen. Amberg Engineering wird auch in zukünftigen Projekten weiter auf BIM setzen. „BIM ist die Zukunft der Baubranche. Unsere Erfahrung zeigt: Diejenigen, die mit BIM in Kontakt kommen, – egal ob junge oder ältere Mitarbeiter – lernen die Vorteile von BIM zu schätzen und haben mehr Spaß an der Arbeit. Deshalb wird die digitale Planung weiterhin fester Bestandteil unserer Arbeitsabläufe bleiben“, bemerkt der BIM-Experte.

 

„Ich kenne aus meiner Ausbildung noch die Zeit, in der man mit Tusche und Rasierklinge über Pergamentplänen saß. In der heutigen digitalen Welt ist das unvorstellbar.“

Sebastian Doppelhammer
Geschäftsführer co.mod Architekten

Planungstools

Autodesk InfraWorks

Autodesk NavisWorks

Autodesk BIM 360 Docs