Individualität auf vier Rädern? BAC macht’s möglich!

Von Andrew Wheeler
- 25. Nov 2015 - 6 min-LEKTÜRE
Mit freundlicher Genehmigung von BAC

Der Supersportwagen Mono von BAC ist ein atemberaubend schnelles Männerspielzeug mit Straßenzulassung. Ob auf der Rennstrecke oder der Autobahn – Ihr Supersportwagen und Sie bilden eine perfekte Einheit. Beifahrer müssen leider zu Hause bleiben.

Die britische Briggs Automotive Company (BAC) stellt den Inbegriff des personalisierten Fahrzeugs in Form eines maßgefertigten, einsitzigen Supersportwagens her. Hinter Unternehmen und Auto stecken die Brüder Ian und Neill Briggs. Die beiden vereint ihre lebenslange Leidenschaft für Autos – egal, ob es dabei ums Fahren, um Autorennen oder um die Herstellung geht. Nachdem sie 30 Jahre Erfahrung als Ingenieure und Designer in der Automobilindustrie gesammelt hatten, beschlossen die beiden Brüder, ein Auto ohne Kompromisse zu entwerfen. Deswegen gründeten sie 2009 ihr gemeinsames Unternehmen BAC im englischen Liverpool.

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Ein Supersportswagen, der eines Rockstars würdig ist: Dieser Mono gehört dem kanadischen Musikproduzent Deadmau5. Mit freundlicher Genehmigung von BAC.

Der Mono wurde 2011 vorgestellt. Das Modell, das sich bei Liebhabern allmählich zum Star entwickeln sollte, sollte auch straßenzulassungsfähig werden. Bereits vier Jahre später erreichte der Straßenrenner mit Sitzschale einen immer höheren Bekanntheitsgrad. Das lag nicht nur daran, dass zur Konstruktion, wie in der DTM üblich, Carbon verwendet wurde, und auch nicht etwa am Chassis aus Stahl, dem Sechsganggetriebe von Hewland, dem 305 PS starken Mountune‑Motor (ein Upgrade des vorherigen 280 PS starken Cosworth-Motors) oder daran, dass er in 2,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100 beschleunigt.

Der Hype um den verbesserten 2016 BAC Mono begann nach dem Goodwood Festival of Speed 2015. Dort wurden zwar keine offiziellen Rundenzeiten genommen, aber Fahrer Oliver Webb konnte auf der Bergrennstrecke am Steuer des Mono dennoch eine neue inoffizielle Bestzeit aufstellen und legte die 1,86 Kilometer lange Strecke in 47,9 Sekunden zurück. Die bis dato gültige Bestzeit von 51,33 Sekunden wurde somit spektakulär unterboten. Da es sich bei dem Mono damals noch um einen Prototypen der Vorserie handelte, durfte er nicht offiziell an den Start gehen. Das wird sich aber künftig ändern.

Bei BAC setzt man neben einer beeindruckenden Kombination aus Design und Ingenieurskunst auf Leistung und vermeidet Kompromisse, die das wahrhaft puristische Fahrerlebnis gefährden könnten. Schon den Kauf eines Mono macht man bei BAC zum Ereignis und ermöglicht den Käufern einen einmaligen Blick hinter die Kulissen: Wer einen BAC Mono erwirbt, kann sich mit dem Design‑Team zusammensetzen und so Aussehen und Feeling seines Fahrzeugs von Anfang bis Ende mitbestimmten.

Das individuelle BAC-Erlebnis des Kunden beginnt nach einer einführenden Präsentation. „Wir zeigen unseren Kunden, dass sie keine Kompromisse eingehen müssen – wir bieten sozusagen Freiraum und die Möglichkeit, Ideen ungehindert sprudeln zu lassen“, führt Neill Briggs aus. „Wir fragen die Kunden, ob sie uns Anregungen oder eine Grundidee für ihren Entwurf geben können. Manchmal reicht das schon aus. Einige Kunden können sich sehr stark in das Design einbringen: ‚Warum gestalte ich das nicht so und mache das dann so?‘ Manche bringen sogar Artikel und Fotos aus Fachzeitschriften mit, um uns zu zeigen, was sie cool finden.“

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Das Cockpit des Monos aus der Vogelperspektiv. Mit freundlicher Genehmigung von BAC.

Wie Sie sich denken können, gehören BAC‑Kunden alle zur zahlungskräftigen Sorte (der Einstiegspreis des Monos liegt bei circa 185.000 Euro). Normalerweise parken auch schon ein paar andere Sportwagen, z. B. Ferraris oder Lamborghinis usw., in der heimischen Garage. Vermutlich haben diese Kunden sogar einen direkten Ansprechpartner bei ihrem Händler vor Ort – aber die Gelegenheit, den Firmeninhaber zu treffen oder mit dem Design‑Team zusammenzuarbeiten, um den Supersportwagen ihrer Träume zu erschaffen, bietet sich auch ihnen nicht jeden Tag.

„Wir beginnen in einer zweidimensionalen Welt und erstellen dann 3D‑Bilder des Fahrzeugs“, beschreibt Briggs die Zusammenarbeit zwischen BAC und Kunden näher. „Wenn man bestimmte Schnappschüsse aus unterschiedlichen Perspektiven zeigt, kriegt man ein Gefühl für das Fahrzeug. Natürlich kommt immer der Moment, in dem jemand sagt: ‚Können Sie das noch aus einer anderen Perspektive zeigen? Ich kann das nicht genau erkennen‘. Wir erstellen also eine hübsche kleine Animation und von da an ist es nur ein klassischer iterativer Prozess.“

Offenbar sind die meisten Kunden bereits nach zwei individuellen Änderungen Feuer und Flamme. Als nächstes klebt das Design‑Team von BAC das Farbschema direkt auf der Karosserie ab. Dabei wird anhand einer Farbskala sichergestellt, dass Lage und Ausführung genau den ursprünglichen Kundenwünschen entsprechen. Das Fahrzeug wird besprüht, grundiert, lackiert und poliert, bevor es in einer speziellen Fertigungsanlage endgültig zusammengebaut wird. Nach der Fertigstellung wird es dann an den stolzen Besitzer übergeben.

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Abschließender Zusammenbau des Mono am Hauptsitz von BAC. Mit freundlicher Genehmigung von BAC.

Aber der Kunde fährt nicht nur mit seinem neuen Sportwagen davon: „Wir halten den ganzen Prozess in Form von Fotos fest und am Ende erhält der Kunde ein richtiges Buch“, erläutert Briggs, „Es ist quasi eine personalisierte Entstehungsgeschichte.“

Auf dem Cover ist das Fahrzeug mit dazugehörigem Nummernschild zu sehen. Auf den weiteren Seiten erhält der Leser Informationen zum Aufbau von Pedalbox und Motor, aber auch zu Fahrgestell und Gurten. Anhand des Maskier- und Lackiervorgangs sowie des abschließenden Zusammenbaus wird der Personalisierungsprozess illustriert. Den krönenden Abschluss bilden beeindruckende Aufnahmen aus dem Showroom..

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Mit freundlicher Genehmigung von BAC

Natürlich bietet BAC seinen Kunden auch passende maßgefertigte Accessoires wie Helme, Rennanzüge und individuell geformte Lenkräder und Sitze. Man könnte fast meinen, es sei etwas zu viel des Guten, aber die vielfältigen Möglichkeiten der Maßfertigung werden nicht nur aus ästhetischen Gründen angeboten.

„Dabei geht es eigentlich um Sicherheit“, erklärt Briggs. „Sowohl der maßgefertigte Sitz als auch der maßgefertigte Helm bieten dem Fahrer eine sichere Umgebung. Wenn der Helm noch besser auf dem Kopf sitzt, gibt es fast keine Risikostellen mehr, an denen im Falle eines Aufpralls bevorzugt Verletzungen wie Brüche oder Prellungen auftreten. Wenn die Kräfte über den gesamten Helm verteilt werden können, ist das natürlich viel besser. Wenn man dafür sorgen kann, dass der Fahrer das Lenkrad stets fest im Griff hat, hat er im Ernstfall die bestmöglichen Chancen. Gleichzeitig verbessert man aber auch das Fahrerlebnis.“

Um die stetig steigende Nachfrage nach BAC Monos zu befriedigen, wird die Produktion von einem Fahrzeug im Monat auf zwei Fahrzeuge und mehr erhöht. Dabei müssen viele verschiedene Faktoren bedacht werden. Die ausgewogene Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den am stärksten betroffenen Bereichen Finanzen, Arbeitskräfte und Verfahren sowie IT‑Infrastruktur ist dabei besonders wichtig. Aber auch ein umfassendes Verständnis für die Erweiterung der Lieferkette ist unabdingbar. „Dabei wird uns Autodesk PLM 360 unterstützen“, so Briggs. „Wir können nun viel schneller mehr Fahrzeuge produzieren. Wir haben uns bereits von 12 auf 24 Fahrzeuge gesteigert und wollen künftig von 24 auf 50 Fahrzeuge erhöhen.“

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Mit freundlicher Genehmigung von BAC

Da die Warteliste immer länger wird, ist es besonders wichtig, dass die Produktionssteigerung nicht zu Lasten des Kundenerlebnisses geht. Schließlich machen gerade Individualität und Maßfertigung den Kauf eines BAC Monos so unvergleichlich attraktiv. Dabei gilt: „Geht nicht“ gibt’s nicht. „Unsere Kunden haben viel Geld, aber wenig Zeit“, berichtet Briggs mit einem dezenten Quäntchen Belustigung und erzählt von einem Kunden aus London, dem die Zeit fehlte, nach Liverpool zu kommen. „Er logierte im 5-Sterne-Hotel Dorchester in London. Also schickten wir die Karosserie und unser Team dorthin, direkt in seine Suite. Das war ein tolles Erlebnis, das niemand sonst in der Automobilindustrie bietet.“

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