C’est Magnifique! Le FabShop begeistert Designkunden mit 3D-Druck in der Produktion

Von Ken Micallef
- 2. Aug 2016 - 4 min-LEKTÜRE
Der bewegliche Elefant. Mit freundlicher Genehmigung von Le FabShop.

Obwohl 3D-Druck Design und Herstellung von Produkten revolutioniert hat, bleibt es in der Produktion für viele Designer und Hersteller immer noch schwer zu fassen. Veraltete Vorproduktionsprozesse – unter anderem mehrere Beteiligte, inkompatible Softwaretools und inkonsistente Produktionszeitrahmen – können noch, bevor der 3D-Drucker überhaupt eingeschaltet wird, Sand ins Getriebe streuen.

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Die 3D-gedruckte „Verlobte“. Mit freundlicher Genehmigung von Le FabShop.

Das französische Designunternehmen Le FabShop begegnete dieser Problematik damit, dass es in seinen drei, über das auch als „Hexagon“ bekannte Frankreich verstreuten Büros, die Design- und Herstellungsprozesse über die Cloud rationalisierte. Dabei hat Le FabShop Produktionszeitrahmen verkürzt, Kosten für Werkzeuge, Bearbeitung und Herstellung verringert und so das Augenmerk vom Prototyp auf das Produkt verlegt.

Dadurch ist es Le FabShop jetzt möglich, für mehrere Branchen einige außergewöhnliche Produkte direkt herzustellen. Der bewegliche Elefant, mit dem sich Le FabShop im Internet einen Namen machte, wird den innovativen Designern und Produkten des Unternehmens noch bei Weitem nicht gerecht. Le FabShop hat schon mit IKEA, Sony, 20th Century Fox, Le Bon Marché, Microsoft, SNCF und dem Rathaus von Paris zusammengearbeitet und diese beim Design und der 3D-Herstellung von Spielzeug, Lampen, Fahrrädern, Autos, Kleidung, Modeaccessoires und sogar einer 3D-gedruckten „Verlobten“ unterstützt.

„Wir produzieren im FDM-Verfahren oft kleinere Auflagen zwischen zehn bis tausend Objekten“, sagt Samuel Bernier, Creative Director von Le FabShop. „Wir gestalteten eine Reihe von Preisen für die französischen Awards Futuremag und Positive Planet. Außerdem haben wir auch einige Kleinartikel produziert, wie die pfiffigen Schlüsselanhänger für L’Oréal und Brittany Ferries. Im Augenblick arbeiten wir an fast 100 verschiedenen 3D-Puzzles, die die französische Regierung dazu verwenden will, die menschliche Fähigkeit, in drei Dimensionen zu denken und Volumenprobleme zu lösen, zu testen. Weiterhin fertigten wir Lampen, die nur mit 3D-Druck hergestellt werden können und haben diese dann direkt an Läden vor Ort verkauft.“

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Schlüsselanhänger für Brittany Ferries. Mit freundlicher Genehmigung von Le FabShop.

Darüber hinaus entwarf und produzierte Le FabShop das perfekt am Körper eines Models anliegende Schnürmieder „Muse“ komplett in einem 3D-Drucker. Die Dateien können an jede individuelle weibliche Figur angepasst werden. „Ich habe aus einem 3D-Scan ein Korsett gemacht“, erklärt Bernier. „Ich legte über der eingescannten Büste des Models eine Zeichnung an, um das Korsett perfekt an die Form des Körpers anzupassen.“

Ein weiteres aktuelles Projekt von Le FabShop beschäftigt sich mit der kindlichen Fantasie und schwarzen Löchern. Die Herausforderung des Projekts liegt sowohl im Design als auch in der Software. „Wir arbeiten mit einem Lehrer der Astrophysik zusammen, der Schüler in den Themen Weltraum und schwarze Löcher unterrichtet“, erklärt Bernier. „Für die Kinder ist es eine Art Kunstunterricht. Während der Lehrer schwarze Löcher erklärt, zeichnen die Kinder ihre Interpretationen. Diese Zeichnungen setzen wir dann in 3D-Bilder um. Wenn die Kinder zum Beispiel Saturnringe zeichnen, versuchen wir daraus echte 3D-Modelle zu machen. Dieser Prozess umfasst viele Schritte: von der reinen Wissenschaft über Kinderzeichnungen bis hin zur Beauftragung von 3D-Designern mit der Umsetzung dieser Zeichnungen.“

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Trophäen für den Futuremag Award. Mit freundlicher Genehmigung von Le FabShop.

Das Le FabShop-Team bringt multidisziplinäre Designer, Ingenieure und Techniker an einen Tisch. Ein Stockwerk des Büros in Paris wird vom Designteam, ein weiteres von der Fertigung belegt. Neben den vielen anderen bisher erwähnten Projekten produzierte das Team auch eine Miniatur eines kompletten Pariser Dorfes für eine weihnachtliche Fensterdekoration.

„Wir benutzten eine Software zur Miniatur-Reproduktion des urbanen Mobiliars von Paris“, erklärt Bernier. „Wir importierten Straßenansichten und zeichneten über die Bilder, um ein Miniaturdorf zu gestalten.“

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Das Schnürmieder „Muse“. Mit freundlicher Genehmigung von Le FabShop.

All dies haben Bernier und sein Team – über drei Büros hinweg – dank moderner 3D-Visualisierung und Cloud-Kooperationstools wie Autodesk Fusion 360 geschafft.

„Viele Designprogramme eignen sich gut für jeweils eine Sache“, sagt Bernier. „Das eine ist gut in der Animation, ein anderes beherrscht das Bildmodelling. Fusion 360 ist eine erschwingliche Software, die verschiedene Softwaretools in einem Produkt vereint. So integriert sie das Tool für die Fertigungsmethode in den Designprozess – mithilfe eines Plug-ins, das Ihren Entwurf zu einem 3D-Drucker oder einer CNC-Anwendung schickt. So können Sie bereits in der Designsoftware visualisieren, wie ihr Objekt aussehen wird, wenn es einmal ins Material gefräst ist. Wenn Sie den Entwurf ändern, passt sich der Herstellungsprozess automatisch an. Vor Fusion 360 gab es nur sehr wenige erschwingliche Software-Tools, die das leisten konnten.“

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Der bewegliche Elefant im Druck. Mit freundlicher Genehmigung von Le FabShop.

Bernier räumt ein, dass sich nicht alle Le FabShop Designer sofort mit ihrem neuen Softwaretool anfreunden konnten. Aber als erst einmal alle im Boot waren, lief die Zusammenarbeit zwischen Designern in den Büros in Paris, der Bretagne und Südfrankreich reibungsloser als je zuvor.

„Die meisten Menschen sträuben sich erst einmal dagegen, neue Programme zu lernen“, sagt Bernier. „Unsere Designer waren alle an unterschiedliche Branchensoftware gewöhnt. Kollegen, die mit einem Programm arbeiteten, forderten Formfreiheit. Anderen wiederum war es wichtig, Designs verändern zu können, indem man einfach an der Ecke eines Würfels zieht und sie bewegt. Ich suchte nach einem Programm, das alle anderen ersetzen konnte. Vor einem Jahr entdeckte ich Fusion 360, und es erfüllte alle unsere Anforderungen. Für die Arbeit im Team ist es einfach fantastisch.“

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