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CAD MANAGER CENTER

Ein Tag im Leben eines CAD-Managers

Shaun Bryant

Heute bin ich CAD-Berater und schreibe Beiträge für das renommierte LinkedIn-Unternehmen Lynda.com. Früher, als ich noch jung und unerfahren war, habe ich als CAD-Manager gearbeitet.

Ich war für die CAD-Abteilung einer Hoch- und Tiefbaufirma verantwortlich, und 25 CAD-Zeichner erwarteten von mir Anleitung und (gelegentlich) Führungsstärke. Ich erinnere mich heute noch gern an diese Zeit, denn ich habe einiges dabei gelernt, beispielsweise organisatorisches Geschick, Führungsqualitäten und besonders Geduld.

Mein Leben sah damals ganz anders aus. Mein Büro lag mitten in London, und meine Tage waren gut durchorganisiert, was für meinen Job auch unbedingt nötig war.

Und das sah folgendermaßen aus: Ein typischer Arbeitstag…

Der obligatorische Kaffee.

Gewöhnlich bin ich um 5:30 Uhr aufgestanden und habe mir zunächst einen Kaffee gemacht. Noch während die Kaffeemaschine lief, bin ich schnell unter die Dusche gestiegen und habe mir ein Hemd gebügelt. Das Radio lief nur leise, um meine Familie nicht aufzuwecken. Um ungefähr 6:30 Uhr habe ich das Haus verlassen, um den 7:05-Zug nach London zu erwischen. Alle anderen schliefen noch. Nicht ganz unproblematisch, wenn man kleine Kinder hat…

Ankunft im Büro.

Eigentlich begann mein Arbeitstag um 9:30 Uhr und ging bis 18:00 Uhr, mit einer Stunde Mittagspause dazwischen. Ich war aber meist schon um 8:15 Uhr im Büro. Meine Chefs wussten das zu schätzen und ließen mir deshalb viele Freiheiten. Was mir als jungem Vater erlaubte, die Schulvorführungen und Sport-Events meiner Kinder zu besuchen. Unter dem Strich kam ich dabei ganz gut weg, und das hat mich motiviert.

Nach einem doppelten Espresso aus dem Automaten saß ich dann am Schreibtisch und habe meine E-Mails in drei Kategorien eingeteilt: „Jetzt“, „Später“ und „Sobald Zeit ist“. Ich bin ohnehin dafür, alles in leicht verständliche Worte zu fassen, das macht das Leben einfacher.

Auf der Suche nach guten Tipps und Tricks bin ich dann einige CAD-Newsletter durchgegangen, die in meiner Mailbox lagen. Alles, was nützlich schien, habe ich in mein Notizbuch eingetragen. Damit war ich bis 9:15 Uhr beschäftigt. Meine CAD-Kollegen waren nun alle eingetroffen, und meine tägliche Routine als Leiter des CAD-Büros begann.

Verwaltung der CAD-Software… und viele andere Aufgaben.

Jeden Tag, meist am Morgen, hatte ich ein einstündiges Meeting mit den leitenden CAD-Technikern, die gleichzeitig auch die Leiter der laufenden Projekte waren. Hierbei musste ich mich vor allem um die geschäftlichen Belange kümmern. Bei den Diskussionen ging es um Prozesse und Arbeitsabläufe. Bewegten sich die Projekte noch im Zeitrahmen? Würde die Arbeit auf Anhieb richtig und vollständig abgeliefert, statt erst nach mehrmaliger und kostenintensiver Nachbearbeitung? Könnten wir die Erhebung der Vermessungsdaten auf der Baustelle automatisieren, damit die Zeichnungserstellung schneller geht?

Oft war es eine endlose Liste von Aufgaben, die nach und nach abgearbeitet werden musste. „Das Abtragen des Berges“ habe ich das damals genannt. Die erfahrenen CAD-Zeichner haben meine Aussprüche gesammelt, beispielsweise „Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut“, „Erstmal ausprobieren“ und „Diesmal machen wir es gleich beim ersten Mal richtig, oder?“. Ich hatte also ein sehr kollegiales Verhältnis zu meinem Team.

Jeder Tag ist anders.

Die Arbeit als CAD-Manager ist und bleibt ein Balanceakt. Ich musste meine Zeit sorgfältig einteilen, damit 50 % oder mehr auf laufende Kundenprojekte gebucht werden konnten. Rund 25 % gingen für Leerzeiten drauf, also Urlaub, Arzttermine usw. Alles in allem blieben ungefähr 25 % für das eigentliche CAD-Management.

Das Projekt hatte grundsätzlich Vorrang. Entscheidend war, dass die Zeichnungen fristgerecht fertig wurden, dass die Projektstandards und anerkannten Grundregeln eingehalten wurden und dass die Ingenieure mit den richtigen Revisionen arbeiteten.

Gleichzeitig musste ich aber auch den Überblick behalten und ein effektives CAD-Management gewährleisten. Bei Projektunterbrechungen hatte ich dafür manchmal den ganzen Tag. Ein anderes Mal waren es bei geringem Auftragsvolumen nur einige Stunden. Auf den hinteren Seiten meines Notizbuches hatte ich meine CAD-Strategie notiert. Sie bestand aus den noch verbleibenden Aufgaben, ohne aber einen genauen Zeitrahmen festzulegen. Dazu gehörte auch ein jährlicher Beschaffungsplan für neue Rechner, erforderliche Updates für CAD-Software, CAD-Standards und die Protokolle der letzten CAD-Meetings meiner Firma.

Selbst mit anpacken.

Zwar war ich der Leiter der CAD-Abteilung. Trotzdem gab es immer wieder Zeiten, in denen wir mehr Leute benötigten, um einen Termin rechtzeitig bis Freitag abzuschließen oder um alle Zeichnungen für einen Kundenbesuch fertig zu bekommen. Ich war mir nie zu schade für eine Arbeit und zögerte nicht, beim Team mit anzupacken. Ich habe so ziemlich alles gemacht: Zeichnen, Modellieren, Plotten und sogar Kaffeekochen. Mein Team wusste das zu würdigen. Sie sahen mich als Teammitglied, nicht nur als CAD-Manager. Dadurch hatte ich ein enges Verhältnis zu meinen Kollegen und war für alle immer ansprechbar.

Ich hatte für jeden in meiner CAD-Abteilung ein offenes Ohr, und da ich auch Mitglied des Teams war, erfuhr ich frühzeitig von neuen Ideen oder noch ungelösten Problemen. Dies trug zu einem großartigen und effizienten Team mit tollem Zusammenhalt bei. Zu einigen der damaligen Teammitglieder habe ich auch nach zwanzig Jahren noch Kontakt, und ich betrachte sie als Freunde und nicht nur als Kollegen.

Auch jetzt denke ich noch gerne an diese Zeit als CAD-Manager zurück. Denn obwohl der Arbeitstag klar strukturiert war, glich kaum ein Tag dem anderen. Wenn man ein Team mit talentierten Menschen leitet und alle sich voll engagieren, kann man viel erreichen.

Shaun Bryant ist ein zertifizierter Spezialist für Autodesk Revit und AutoCAD mit technischen Kenntnissen und Qualifikationen für Vertrieb, Support und CAD-Management. Er kann auf eine 26-jährige Erfahrung als Berater, Ausbilder, Manager und Anwender im Umgang mit AutoCAD und Revit zurückblicken. Seine Werdegang ist vielseitig und abwechslungsreich: 14 Jahre als Berater und Ausbilder für CAD- und Betriebsmanagement, drei Jahre als Spezialist für Vertrieb, Pre-Sales und Geschäftsfeldentwicklung und neun Jahre Branchenerfahrung als CAD-Manager und -Anwender.