Kunden berichten über Ihre Erfahrungen mit BIM

Erfahren Sie, wie professionelle Anwender durch BIM für Zusammenarbeit und Koordination ihre Geschäftsziele verwirklicht und ihre Arbeitsabläufe transformiert haben.

Kunden im Interview

Gannett Fleming: Wie ein großes Unternehmen den Wechsel zu BIM vollzieht
Vertreter von Gannett Fleming, einem interdisziplinären Architektur- und Ingenieurbüro, das eine Vielzahl von Kunden aus dem öffentlichen und privaten Sektor betreut, sprechen über die Umstellung auf BIM.

Norb Howell von Gannett Fleming spricht über BIM

Norb Howell
BIM-Manager
„Um wettbewerbsfähig zu bleiben, konnten wir uns nicht zurücklehnen und abwarten, bis BIM die Branche erobert, sondern mussten eine Vorreiterposition beim Einsatz von BIM anstreben.“

F: Wann begann Gannett Fleming mit dem Einsatz von BIM?

A: Norb Howell: Das war vor mehr als 5 Jahren. Ungefähr vor 4 Jahren haben wir es dann geschafft, BIM unternehmensweit zu etablieren. Für ein Unternehmen unserer Größe mit mehr als 2.000 Mitarbeitern war die Einführung von BIM ein einschneidender kultureller Wandel. Eine Änderung dieser Größenänderung kann man nicht in ein oder zwei Jahren durchsetzen. Heute setzen wir BIM bei über 90 % der Projekte ein.

David Butts, BIM-Spezialist, stößt zum Interview hinzu.

F: Was waren die erfolgsentscheidenden Punkte bei Ihrem Übergang zu BIM?

A: Howell: Wir folgten dem Ansatz, BIM als Methode und Prozess zu betrachten. Wir haben die Einführung schrittweise vollzogen. Wir haben den Leuten nicht gesagt: „Ab morgen werdet ihr alles mit BIM erledigen.“ Stattdessen sagten wir ihnen: „Wir werden die Vorgehensweise bei der Erledigung einiger Aufgaben ändern.“ Unsere Umstellung wurde bei jedem Projekt von Schulungen und Hilfe aus unserem Team begleitet und gefördert. Die Unterstützung durch die Unternehmensführung erwies sich ebenfalls als unerlässlich. Unterstützung für tiefgreifende Änderungen muss von oben kommen, und zwar von Anfang an.

A: David Butts: Für die frühen Projekte hatten wir einen atypischen Ansatz: Wir begannen nicht mit einfachen Projekten. Stattdessen wählten wir komplexere Projekte, solche, bei denen alle sagten, wir könnten BIM nicht darauf anwenden. Diese Projekte bezogen sich hauptsächlich auf den Bereich der Wasserversorgung und Abwasseraufbereitung, wo sich einiges an Komplexität findet, aber auch viele Möglichkeiten für die Verbesserung der Koordination durch BIM ergeben. Der Nachweis, dass BIM von Nutzen für Wasser- und Abwasserprojekte sein kann, vereinfachte das Vorgehen in anderen Bereichen. Wir haben viele Mitarbeiter überzeugt, die bezweifelten, dass BIM für ihre Projekte von Bedeutung sein könnte.

F: Können Sie uns mehr über den Stellenwert der Unterstützung durch die Führungsebene erzählen?

A: Howell: Wenn Sie BIM als vorrangiges Ziel von oben vorgegeben bekommen, lässt sich schwer über den Einsatz von BIM in diesem oder jenem Projekt diskutieren. Die verantwortliche Person in der Firmenleitung, die den Umstieg auf BIM bei Gannett Fleming initiierte, war sehr vorausschauend. Sie verstand, dass wir, um wettbewerbsfähig zu bleiben, uns nicht zurücklehnen und abwarten konnten, bis BIM die Branche erobert, sondern eine Vorreiterposition beim Einsatz von BIM anstreben mussten. Die Firmenleitung erkannte, dass BIM nicht nur als Technologie zu betrachten ist, sondern dass es darauf ankam, BIM in unsere Prozesse und Unternehmenskultur zu integrieren. Als wir mit der Umstellung begannen, war die Integration von BIM in unserem Unternehmen eines der wichtigsten Geschäftsziele des Vorstands.

F: Wie steht es mit den Kunden? Wie präsentieren Sie ihnen den Umstieg auf BIM?

A: Howell: Es gehört zu meinem Job, unseren Kunden den Nutzen von BIM zu erklären. Für uns ist BIM nicht 3D-Modellierung. BIM ist ein Prozess. Dieser Prozess umfasst sowohl Kundeninteraktionen als auch Interaktionen des Projektplanungsteams. BIM ist der Dreh- und Angelpunkt für Projektinformationen. Wir versuchen, möglichst viele Informationen in das Modell aufzunehmen. Dies schafft die Voraussetzung dafür, umfassende Informationen zu nutzen, um das Nötige für ein Voranbringen des Projekts zu tun, beispielsweise die Durchführung von Entwurfsprüfungen zusammen mit dem Kunden oder das Koordinieren von Entwürfen.

F: Was würden Sie einem Fachkollegen raten, der versucht, einem größeren Unternehmen beim Übergang zu BIM zu helfen?

A: Howell: Seien Sie bereit, die Leute aufzuklären. Das heißt nicht unbedingt, eine große Zahl von Schulungen abzuhalten und dauernd über BIM zu reden. Wichtig ist, Informationen mit anderen zu teilen. Beispielsweise lassen wir Artikel über das Potenzial von BIM im gesamten Unternehmen zirkulieren. Wenn sich die Leute an ihrem Computer anmelden, sind diese Artikel so ziemlich das erste, was sie zu sehen bekommen. Außerdem müssen Sie sich mit der Unternehmensleitung zusammensetzen und sicherstellen, dass Sie ihre Unterstützung haben. Erklären Sie den Verantwortlichen, dass BIM weitaus mehr ist als eine Technologie oder ein 3D-Modell. Es ist ein Prozess, der neue Möglichkeiten zum Erstellen von Projektinformationen und der Arbeit damit erschließt.

A: Butts: Das A und O sind Geduld und realistische Erwartungen. Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei BIM um einen Prozess. Sie können nicht einfach einen Schalter umlegen und erwarten, dass die Leute plötzlich einem neuen Prozess folgen. Beginnen Sie, indem Sie Ziele für die BIM-Einführung definieren und bestimmen, was Sie in jeder Phase erreichen möchten.

F: Welche Vorteile konnte Ihr Unternehmen seit dem Umstieg auf BIM realisieren?

A: Howell: Als wir damit begannen, unsere Projekte als Modelle zu entwerfen, hatten wir plötzlich eine zentrale Quelle für Projektinformationen. Das bedeutet eine weitgehende Optimierung Ihres Informationsmanagements. Und nicht nur das: Sie verbessern auch die Koordination und Zusammenarbeit, da das gesamte Team mehr über den Entwurf als Ganzes weiß. Sie können beispielsweise ein Rohrsystem entwerfen und während des Entwerfens auf Elektrik-Daten zugreifen. Sie können auch Konflikte während der Entwurfsphase reduzieren. Dieser integrierte Koordinationsprozess ist wahrscheinlich für uns als Unternehmen der größte Zeitsparer gewesen. Wir sind jetzt so weit zu überlegen, wie wir noch mehr aus dem Modell herausholen können. Was können wir mit diesen Informationen sonst noch anfangen? Welche Aufgaben erledigen wir weiterhin außerhalb des BIM-Prozesses? Kürzlich haben wir mit der Durchführung von Rauch- und Brandschutzstudien begonnen, die das Gebäudemodell als Ausgangspunkt verwenden. Es ist spannend zu sehen, wie wir unsere Fähigkeiten weiterentwickeln.

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