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Die transformatorische Wirkung von BIM auf Ihre Prozesse und Projektansätze

Doch trotz aller Begeisterung für BIM für Infrastrukturbau herrscht noch sehr viel Verwirrung darüber, was es wirklich bedeutet „auf BIM umzusteigen“. Ingenieursunternehmen und Organisationen, die BIM für ihren Betrieb in Betracht ziehen, fragen sich oft, wie eine Implementierung am besten durchgeführt werden kann. Manche sind verunsichert darüber, inwieweit BIM ihre bestehenden Prozesse ändern wird.

Andere zögern, weil sie glauben, dass sie angesichts ihrer hohen Auslastung keine Zeit in die Einführung von BIM investieren können. Einige meinen sogar, bereits BIM zu verwenden; dabei nutzen sie lediglich 3D-Entwurfsprozesse. Sobald Sie verstehen, was BIM eigentlich ist, ergibt der damit verbundene notwendige Implementierungsprozess mehr Sinn. Allgemein wird BIM als ein intelligenter modellbasierter Prozess für die Planung, Konstruktion, Ausführung und Verwaltung von Bauprojekten verstanden. Allerdings müssen Sie bei einer Implementierung von BIM dazu bereit sein, Ihre Denkweise hinsichtlich der Projektdurchführung zu ändern. Sie verabschieden sich von einfachen Objekten, die sich aus Punkten, Linien, Bögen und Formen zusammensetzen. Stattdessen erstellen Sie intelligente Modelle, an denen Sie alle Arbeiten ausführen. Diese räumlich genauen Modelle werden mit intelligenten Objekten gefüllt. Sie legen zunächst fest, wie die Objekte aussehen und wie sie sich verhalten sollen. Anschließend weisen Sie einen Prozess zu, der allen Projektbeteiligten eine optimale Nutzung des intelligenten Modells ermöglicht.

Das klingt zu einfach? Im Vergleich zu dem umfangreichen Wissen, das Sie selbst für Ihre einfacheren Projekte benötigen, ist eine BIM-Implementierung recht unkompliziert. Im Vorfeld ist allerdings ein gewisses Maß an Planung, Zeit und Training erforderlich. Der in diesem Paper umrissene Prozess dient als Übersicht über die notwendigen Schritte, bevor Sie BIM bei Ihren Projekten einsetzen können.

Erst 2D, dann 3D und jetzt BIM

Für das Verständnis von BIM ist es hilfreich, es von anderen Konzepten abzugrenzen. Es ist mehr als nur der nächste Schritt bei der Entwicklung von 2D-Entwürfen oder nur ein anderer Begriff für 3D. Bis in die 90er-Jahre hinein wurden Tief- und Infrastrukturbau, Gebäude und Industrieerzeugnisse auf dem Reißbrett entworfen. Leonardo da Vinci hätte keine Schwierigkeiten, den Prozess in einer typischen Konstruktionsabteilung zu verstehen. Vielleicht würde ihn die bessere Qualität von Papier und Bleistiften beeindrucken, mit dem grundsätzlichen Entwurfsprozess wäre er jedoch vertraut.

Durch CAD hat sich die Art, wie Entwürfe für Dinge erstellt werden, grundlegend gewandelt – sei es bei Brücken, Gebäuden oder Fahrzeugen. Entwurfsprozesse wurden beschleunigt und konnten einfacher innerhalb großer Teams kommuniziert werden. Zweidimensionale Linien, Bögen und Kreise blieben jedoch als Grundpfeiler der Designsprache erhalten.

Vor einiger Zeit eroberte CAD die dritte Dimension. Entwürfe konnten nun leichter von Nicht-Fachleuten visualisiert werden. Allerdings fehlten 3D-Ansichten weiterhin intelligente Funktionen. So blieb beispielsweise die 3D-Darstellung eines Ablaufsystems ein einfaches Bild, das sich im Grunde nicht wesentlich von einer 2D-Zeichnung unterschied. Ein typischer Arbeitsablauf bei einem 3D-Transportprojekt war dem eines 2D-Projekts sehr ähnlich. Bei jedem Schritt wie Konzeptdefinition, Umweltdokumentation, Detailkonstruktion, Planentwicklung, Werkplanung und Bestandserstellung wurden kaum Daten ausgetauscht oder wiederverwendet.

Herausforderungen bei 2D- und 3D-CAD

  • Manuelle Koordination erhöht das Risiko von Überschneidungen
  • Unintelligente Daten erfordern Nacharbeiten, um für andere Zwecke wie etwa zur Analyse oder für den Betrieb eingesetzt werden zu können
  • Entwurfsänderungen sind zeitintensiv
  • Schwierige Visualisierung und Kommunikation von Entwurfsalternativen
  • Datendubletten erhöhen das Fehlerrisiko

Mit 2D- und 3D-CAD erstellen Benutzer Daten bei jedem Prozessschritt für einen bestimmten Zweck aufs Neue. Diese Vorgehensweise ist zwar unwirtschaftlich und fehleranfällig, dennoch gibt es dazu keine Alternativen, da unintelligente Daten sich nicht einfach an neue Verwendungszwecke anpassen lassen. Einige 3D-Technologien versuchen, die Nachteile unintelligenter Daten zu umgehen. Sie ermöglichen es den Planern, den Entwurfselementen Attribute hinzuzufügen. So können Sie z. B. jeden Punkt eines Entwurfs kennzeichnen, der einen Wasserhydranten-Standort darstellt. Damit können die Hydranten innerhalb des Entwurfs leichter gefunden und gezählt werden. Allerdings fehlt dem so gekennzeichneten Hydranten aufgrund fehlender Intelligenz das „Bewusstsein“ dafür, ein Hydrant zu sein. Er „weiß“ nicht, ob er die Spezifikationen für seinen Standort erfüllt oder ob er gemäß geltenden Standards an das Netzwerk angeschlossen wurde. Ein mit Kennzeichnungen versehener 3D-Entwurf ist nicht BIM. In vielerlei Hinsicht ähnelt er sogar mehr einem traditionellen 2D-Entwurf.

Bei BIM arbeiten Sie mit intelligenten Objekten innerhalb eines intelligenten Modells. Erreicht wird diese Intelligenz durch Geometriedefinitionen, Beziehungen und Daten, die das Verhalten des Modells während seiner Entwicklung beeinflussen. Wird ein Element geändert, dann wird das gesamte Modell entsprechend angepasst und die Änderung innerhalb des Modells koordiniert. Anders als bei 3D- oder Datenbank-Planungsprozessen sind bei BIM die Daten im Modell enthalten. Sie sind keine Attribute in einer externen Datenbank. Dadurch bleibt der Entwurf konsistent und koordiniert.

Technische Überlegenheit durch Intelligenz

BIM gestaltet den Arbeitsprozess vollkommen neu. Die Intelligenz eines BIM-Modells ermöglicht ungeahnte Effizienzgewinne. Stellen Sie sich vor, Sie entwerfen eine Überführung mithilfe des BIM-Prozesses. Sie planen das Bauwerk zur Unterstützung der Überführung innerhalb des Modells. Jede Komponente dieses Bauwerks, einschließlich Uferbauten, Pfeiler und Geländer, entspricht Spezifikationen, die Sie entweder selbst innerhalb des Modells festgelegt oder aus einer Bibliothek für Ihre Region ausgewählt haben. Der Kunde wünscht eine Änderung des Profils. Sie ändern das Profil und die Änderung wird automatisch im gesamten Entwurf übernommen. Sie müssen keine der Komponenten einzeln und per Hand ändern.

So effizient die Durchführung von Änderungen mit BIM auch sein mag, der erstaunlichste Vorteil besteht dennoch in der Fülle von Möglichkeiten, die Ihnen und Ihrem Team angesichts der im Modell enthaltenen Informationen zur Verfügung stehen. Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten mit einem intelligenten 3D-Modell, das alle Transportnetzwerke, Einrichtungen, Freiflächen, Gebäude und Infrastrukturkomponenten enthält. Wählen Sie eine beliebige Straße der Stadt. Sie sehen sofort die Lage, Verbindungsstraßen, ober- und unterirdische Einrichtungen, nahe gelegene Gebäude und vieles mehr.

Ein solches Modell würde die Arbeit an einem Projekt, das die Straße berührt, extrem vereinfachen. Es würde auch die Betriebs- und Wartungsplanung ungemein erleichtern. Die Stadt oder andere Infrastruktureigentümer könnten selbst Simulationen erstellen, um bessere Risikoeinschätzungen vorzunehmen und die Leistung des Objekts zu verbessern. Sie könnten auch leichter Planungsalternativen innerhalb bestehender Bedingungen durchspielen.

Anders als bei 2D oder 3D können Daten bei BIM ohne nennenswerte Nacharbeiten eine Rolle in mehreren Prozessen spielen. Mithilfe des BIM-Prozesses können Sie:

  • Einmal ein intelligentes Modell erstellen und seine Daten im Laufe des gesamten Objektlebenszyklus verwenden
  • Einzelne Modellobjekte aktualisieren, ohne die einzelnen „Teile“ des betroffenen Objekts einzeln bearbeiten zu müssen

  • Die Modelle zusammen mit Fachleuten anderer Gebiete nutzen

  • Elemente so modellieren, dass diese ihren tatsächlichen Standort und ihre Beziehung zu anderen Objekten widerspiegeln

Die Art, wie Daten in BIM genutzt werden, ist anders als bei CAD und das Gleiche gilt auch für den Planungsprozess. Im weiteren Verlauf befasst sich dieses Paper mit einigen dieser Unterschiede und bietet eine Hilfestellung bei ihrer Berücksichtigung während des Übergangs zu BIM.

Der Einstieg in BIM

Sollten Sie beim Einstieg in BIM für Infrastruktur einfach loslegen und gleich jeden Aspekt Ihrer Arbeitsweise ändern? Oder sollten Sie einen hochdetaillierten Plan erstellen, der jeden Schritt berücksichtigt? Die erste Option würde sich aller Wahrscheinlichkeit nach als äußerst frustrierend erweisen, selbst wenn Sie am Anfang ein Schulungsprogramm für Ihr Team einplanen. Ihr Team wird keine klare Vorstellung davon haben, wie Ihr Plan für den Übergang zu BIM aussieht, oder welche gemeinsamen Ziele angestrebt werden sollen.

Die zweite Option hält ebenfalls Fallgruben bereit. Manche Unternehmen übertreiben die Planung der BIM-Implementierung. Sie wissen, wie wichtig klare Standards bei der Implementierung von BIM sind und versuchen deshalb, Standards für alle Prozesse durchzusetzen, bevor sie BIM auch nur bei einem Projekt einsetzen.

3D-Ansicht von Rohren in einem BIM-Modell


Am Besten beginnen Sie damit, darüber nachzudenken, wofür Sie, Ihre Kunden und Ihr Team das Modell im Laufe des Projektfortschritts nutzen möchten. Überlegen Sie auch, wie das Modell nach der Fertigstellung des Projekts zu Objektmanagementzwecken genutzt werden kann. Legen Sie übergeordnete Ziele fest, die auf die tatsächliche Nutzung des Modells eingehen, und teilen Sie diese Ihrem Team mit. Beachten Sie dabei, welche wichtigen Informationen wie physische Attribute und Objektbeziehungen innerhalb des Modells für das Erreichen Ihrer Ziele von Bedeutung sind. Danach können Sie damit beginnen, die Standards festzulegen, die Sie bei den ersten Schritten unterstützen werden.  

Für die BIM-Implementierung müssen Standards für Objekte festgelegt werden, die Sie in Ihren Entwürfen verwenden. Weiterhin sollten Sie Vorlagen mit Präsentationsvoreinstellungen für Objekte erstellen, die in Ihrem Unternehmen bevorzugt werden. BIM-Standards werden in einer Vielzahl von Formaten bereitgestellt:

  • Modellvorlagen

  • In Ihre BIM-Werkzeuge integrierte, zentralisierte Bibliothek

  • Eine in die Werkzeuge integrierte Parameterdatei, die aktualisiert und innerhalb des Teams geteilt werden kann

  • Disziplinspezifische Objektbibliotheken; diese können oftmals aus vorhandenen Detailbibliotheken konvertiert werden

Sie benötigen Standards für alle Objekte, die Sie üblicherweise benutzen. Der einfachste Weg ist eine Bibliothek mit BIM-Standards, die mit Ihren Standards oder den Standards Ihrer Kunden genau oder annähernd übereinstimmen. Sie können die Standards Ihren Anforderungen und Präferenzen entsprechend anpassen. So enthält z. B. Autodesk® AutoCAD® Civil 3D® eine Bibliothek mit Standards für viele Arten von Infrastrukturobjekten wie etwa Schwerkraft, Druckleitungsnetze oder Verschneidungen.

Ein genauer Blick auf Standards: Entwässerungsnetze

In unserem Beispiel verwenden wir Entwässerungsnetze. Lassen Sie uns die Objektintelligenz und die Attribute, die Sie bei der Implementierung von BIM festlegen möchten, auf übergeordneter Ebene betrachten. Bevor Sie ins Detail gehen, ist es wichtig, sich vor Augen zu führen, warum die Vorabdefinition von Standards so wichtig ist. Mit BIM entwerfen Sie nicht länger mithilfe von Linien, Bögen und Formen, sondern mithilfe von Objekten. Entwässerungselemente wie Rohre und Entwässerungskonstruktionen wie Schächte sind Objekte innerhalb eines größeren Modells.

Jedes Objekt enthält Informationen über sich selbst und über seine Beziehung zu anderen Objekten des Modells. So ist z. B. ein Rohr mehr als nur ein paar Linien mit Text. In einem BIM-Prozess wird das Rohr durch folgende Informationen definiert:

  • Physische Geometrie des Rohrs, einschließlich Wanddicke und Durchmesser
  • Konstruktive Festigkeit

  • Die Position bestimmende Gestaltungsregeln wie etwa erforderliche Abstände
  • Mindestgefälle gegenüber Wassergeschwindigkeit
  • Bedingungsinformationen wie etwa strukturelle Integrität

Planansicht eines Projekts, das anhand eines BIM-Prozesses erstellt wurde.


Wird ein Rohr in ein Modell platziert, dann „schlägt“ es seine eigenen Charakteristiken „vor", die auf den von Ihnen festgelegten Entwurf-Standards sowie auf dem Standort und den Charakteristiken der anderen Objekte im Modell basieren. Wie zuvor erwähnt, können Sie durch die Verwendung vordefinierter BIM-Standards, die entweder genau oder annähernd mit den von Ihnen befolgten Standards übereinstimmen, Zeit sparen. Bevor Sie die Arbeit an Ihrem Projekt aufnehmen, ändern Sie die Definitionen für alle wichtigen Elemente innerhalb des Netzwerks, damit sie genau Ihren Standards entsprechen. Da nach wie vor häufig Plansätze gefordert werden, sollten Sie unbedingt festlegen, wie die Objekte auf gedruckten Bauunterlagen erscheinen. Häufig sind solche Präferenzen spezifisch für eine bestimmte Organisation oder Region. Mit eigenen Druckstandards stellen Sie sicher, dass die mithilfe von BIM-Prozessen geleistete Arbeit den für Ihr Unternehmen typischen Stil behält.

Bei Entwässerungsnetzen sollten Sie unbedingt Objekte wie Zuläufe, Schachtdeckel und Rohre festlegen. Bestimmen Sie für jedes Objekt die entsprechenden Materialien. Sollen die Rohre aus Kunststoff, Metall oder Beton bestehen? Passen Sie alle vordefinierten Materialstandards in Ihren BIM-Werkzeugen an Ihre bevorzugten Spezifikationen an.

Genauso wichtig ist die Festlegung von Kriterien, die das Verhalten von Objekten steuern. Die vordefinierten Standards legen viele der üblichen Kriterien wie etwa Rohrgröße und -dicke fest. Andere Kriterien sind spezifisch für Ihre Region oder Ihre Arbeitsweise. Genau definierte Kriterien sparen langfristig sehr viel Zeit. Wenn Sie z. B. einen Mindestabstand zwischen den Regenwasserleitungen und anderen Einrichtungen festlegen, dann helfen Ihnen Ihre BIM-Werkzeuge dabei, diesen Abstand innerhalb des gesamten Projekts automatisch einzuhalten.

Erstellen eines Modells der bestehenden Bedingungen

Zu Beginn des BIM-Einsatzes bei einem Infrastrukturprojekt erstellen Sie ein intelligentes Modell der bestehenden Bedingungen, das den Fortschritt Ihres gesamten Projekts beschleunigen kann. Vergleichen Sie es mit den traditionellen Bestandsaufnahme-Zeichnungen. Diese verfügen oftmals nicht über die erforderlichen Details und Tiefe, um in späteren Projektphasen eingesetzt zu werden. In einem BIM-Prozess wird das Bestandsaufnahme-Modell in 3D erstellt. Es ist räumlich exakt und datenreich – es sind nicht einfach nur 2D oder 2D-Elemente, die mit 3D-Effekten präsentiert werden. Wenn Sie alle erforderlichen Daten zusammentragen und die Elemente innerhalb des Modells mit einer entsprechenden Intelligenz versehen, ist Ihnen der Erfolg bei Ihrem Projekt garantiert.

Der Prozess zum Erstellen eines Bestandsaufnahme-Modells in Autodesk® InfraWorks 360™, einem vorbereitenden Konstruktions- und Planungswerkzeug, das BIM-Prozesse unterstützt, beginnt mit dem Sammeln von Daten. Sie beginnen wahrscheinlich mit Vermessungsdaten der entsprechenden Fläche. Laserscanbasierte Vermessungstechniken erzeugen detailreiche Datenpunktwolken, die anschließend direkt in Ihre Software eingespeist werden können. Erweitern Sie Ihre Vermessungsdaten mit Daten aus anderen Quellen. Sie werden feststellen, dass viele GIS-, Einrichtungs-, Luftvermessungs-, Planungs- und Umweltdaten für viele Bereiche problemlos verfügbar sind. Sie können sogar Informationen aus Quellen wie Bing® Maps in Ihr Bestandsaufnahme-Modell aufnehmen.

Mithilfe eines BIM-Prozesses können Sie Projekte im Kontext bestehender Bedingungen erkunden.


Daten können in vielen üblichen raumbezogenen Datenformaten in Ihr Modell integriert werden, ohne vorher konvertiert werden zu müssen. Attribute verleihen den Objekten eines Modells Intelligenz. So sieht z. B. ein Rohr in Ihrem 3D-Modell aus wie ein Rohr. Es hat einen Durchmesser, eine Bodentiefe und steht in Beziehung mit den anderen Objekten innerhalb des Modells. In traditionellen CAD-basierten Vorentwürfen werden Elemente wie Versorgungseinrichtungen als 2D-Layer ohne Beziehung zu den Elementen in anderen Layers dargestellt.

In dieser vorbereitenden Phase können Sie Modellelemente schneller hinzufügen. Sie können innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums mehrere Alternativen erstellen und auswerten. Auch lassen sich die unterschiedlichen Optionen wirksamer präsentieren, wenn sie in bestehende Bedingungen eingebettet sind. Durch das Hochladen Ihres Modells in die Cloud ermöglichen Sie einen mobilen Zugriff vor Ort. Sie können den vorgeschlagenen Projektstandort zusammen mit den Entscheidungsträgern erkunden. So können diese die unterschiedlichen Alternativen im Kontext der tatsächlichen Bedingungen begutachten.

Die Entscheidungsträger sehen ihre Optionen in einem visuell reichhaltigen Kontext, der sie bei einer informierten Entscheidungsfindung unterstützt. Nachdem sie ihre Entscheidung getroffen haben, können Sie das vorläufige Modell in AutoCAD Civil 3D überführen. Die Software erkennt die Objekte im Modell. Durch das Anwenden Ihrer vordefinierten Standards auf die Objekte fügen Sie dem Modell automatisch zusätzliche Details und Intelligenz hinzu. Dies ist ein Beispiel für die Vorteile einer Vorabdefinition von Standards. Bei jedem nachfolgenden Projekt, das die gleichen Standards verwendet, sparen Sie mehr Zeit.

BIM-Prozesse und Arbeitsabläufe

Für eine erfolgreiche Implementierung von BIM benötigen Sie einen Projektausführungsplan. Für kleinere Projekt dürfte dieser Plan recht einfach aussehen. Für ein großes Projekt mit mehreren Entscheidungsträgern wird ein äußerst detaillierter Plan benötigt, damit alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Warum wird stets ein Plan benötigt? In BIM arbeiten Sie mit intelligenten Objekten. Sie müssen gleich von Projektbeginn an wissen, welche Intelligenz den Objekten zugeordnet werden soll. Wenn Sie außerdem Ihre Entwürfe, die auf intelligenten Objekten basieren, teilen, dann wirkt sich eine Änderung auf den gesamten Entwurf aus.

Ein grundlegender Projektausführungsplan sollte:

  • Umreißen, wie viel Intelligenz den wichtigsten Modellobjekten zugeordnet werden soll. So benötigt etwa ein Verschneidungsplan, der für GPS-geführte Verschneidungen verwendet wird, einen höheren Präzisionsgrad
  • Festlegen, welche Daten während des Objektlebenszyklus verwendet werden und wie sie verwendet werden

  • Genau festlegen, wie und wann Daten zwischen den Projektteilnehmern übertragen werden

Das Modell sollte detailliert genug sein, um alle vorgesehenen Verwendungen während des gesamten Lebenszyklus des Infrastrukturobjekts zu unterstützen. Da die Daten so wesentlich vielseitiger eingesetzt werden können als traditionelle 2D- oder 3D-CAD-Daten, müssen am Anfang des Projekts ganz neue Fragen beantwortet werden. Zum Beispiel:

  • Wird das Modell außer zur Dokumentation auch für die Bauausführung verwendet? 

  • Wie wird das Modell bei der Bauausführung eingesetzt? 

  • Wofür kann das Modell noch verwendet werden? Analyse, Simulation, Optimierung? Was wollte ich schon immer ausprobieren, das mit 2D- oder 3D-CAD-Ansätzen nicht möglich war? 

  • Wann und wie teilen wir Daten mit den anderen Disziplinen innerhalb des Projekts? Täglich? Wöchentlich? Monatlich? 

  • Wie häufig sollten wir die Projektmodelle koordinieren? 


Ein ausgearbeiteter Plan unterstützt Ihr Team auf dem Weg zum perfekten Umgang mit BIM. Optimieren Sie Ihren Projektplan mit einem Prozess für das Erfassen und Teilen von Meilensteinen beim BIM-Implementierungsprozess. Wenn Ihr Team die Vorteile von BIM erkennt und diese teilt, weiß es den Wert der Vorarbeiten wie der Vorabdefinition von Standards und Prozessen besser zu schätzen. Für einen Ingenieur, der erstmals ein Profil bewegt und die automatische Aktualisierung der verbundenen Modellelemente und der nachfolgenden Dokumentation sieht, kann dies eine besondere Erfahrung bedeuten. Ganz gleich, wie viel Sie über BIM gehört oder gelesen haben, es sind solche Momente, die eine Hinwendung der Branche zu intelligenten Modellen erklärbar machen. 



BIM: Implementierung, Aktivierung und Ausführung

Implementierung

Teamvorbereitung

Projektausführung

  • Standards und Prozesse
  • Technologie

  • Modellinhalt
  • Schulung und Weiterbildung
  • Definieren und Teilen von Zielen



  • Programmkoordination
  • Modellmanagement
  • Wissensübertragung

Bereiten Sie sich auf die erfolgreiche Migration zu BIM vor. Beginnen Sie mit der Festlegung der erforderlichen Standards und Technologien. Bereiten Sie Ihr Team mithilfe von Schulungen und dem Festlegen erreichbarer Ziele auf den Übergang vor. Entwickeln Sie anschließend Koordinations- und Verwaltungsabläufe. Und nicht zuletzt: Halten Sie die Kenntnisse fest, die Sie bei diesem Projekt gewonnen haben, und geben Sie sie weiter. 


Fazit

Ein klar formulierter Plan unterstützt Sie bei der erfolgreichen Implementierung von BIM für Infrastruktur. Folgende Schritte sollten Sie dabei unbedingt ausführen:

  • 
Planen Sie Schulungen für Ihre Mitarbeiter ein. Die Implementierung von BIM erfordert ein Umdenken, da BIM sich erheblich von herkömmlichen CAD-basierten Prozessen unterscheidet.
  • Legen Sie zu definierende Standards und Regeln fest 

  • Berücksichtigen Sie Software- und Hardwareanforderungen. Nutzen Sie BIM optimal als Technologie, die Ihnen die Weiterleitung von Projektinformationen von der Planungsphase über Vorentwürfe bis hin zu detaillierten Entwürfen ermöglicht und zur verzögerungsfreien Bauausführung ohne Nacharbeiten beiträgt. 

  • Erstellen Sie einen Projektplan für jedes BIM-Infrastrukturprojekt, der Lebenszyklus-Datenanforderungen und Prozesse für das Teilen des Modells umreißt 

  • Dokumentieren Sie Ihre Prozesse und entwickeln Sie sie weiter



Sie müssen nicht alles allein machen. Autodesk und Ihr Autodesk-Fachhändler können Sie bei Ihrem Übergang zu BIM unterstützen und dabei helfen, Fallstricke zu vermeiden. Erfahren Sie mehr über die Vorteile von BIM bei Infrastrukturprojekten.  


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